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Neues Pendant für preisgekrönte Raststätte an der A 81
Mit Syspro-Betonbauteilen engen Terminplan gemeistert
25 Jahre nach ihrer Fertigstellung ist die Autobahn A 81 komplettiert worden. In Höhe der Anschlussstelle Engen waren beidseits der Autobahn Raststätten eingeplant, die aber erst jetzt mit den Mitteln eines privaten Investors realisiert wurden.
Es war – wie so oft – der ganz "normale" Zeitdruck, der dazu führte, so viele Bauteile wie möglich aus Fertigteilen herzustellen: Beim Bau der neuen Autobahnraststätte "Im Hegau – Ost" an der A 81 Singen-Stuttgart, die seit April 2004 Gäste empfängt, kamen unter dem Strich rund 3.200 m2 Elementdecken SysproTEC und 2.700 m2 Doppelwandelemente SysproPART sowie sechs Treppenläufe SysproUP zum Einsatz, hergestellt im Syspro-Mitgliedswerk Egon Elsäßer Bauindustrie KG, Geisingen.
Örtliche Zeitungen nannten das neue Bauwerk in der Planungsphase einen "Zwilling" der 1998 fertig gestellten, gegenüber liegenden Raststätte "Im Hegau - West". Doch dürfte der Beiname "Pendant" eher zutreffen, da die beiden "Geschwister" trotz vieler Gemeinsamkeiten durchaus verschieden sind. Gemeinsam ist ihnen die Besonderheit, von einem privaten Investor und Betreiber errichtet worden zu sein, nämlich von Profi-Gastronom Rolf Riemensperger, der auch im nahe gelegenen Tengen-Blumenfeld das Hotel Bibermühle betreibt.
Die meisten deutschen Autobahnraststätten werden von der Gesellschaft Tank & Rast betrieben, die 1998 im Wege der Privatisierung aus einer bundeseigenen Gesellschaft hervorgegangen ist. Anders an der A 81 im Hegau. Als hier das Landesamt für Straßenbau den Bau der ersten neuen Raststätte bei Engen ausschrieb, setzte sich Riemensperger als privater Investor mit seinem Konzept durch und erhielt den Zuschlag."Im Hegau - West" hat sich seit der Eröffnung im besten Sinne einem Namen gemacht. Die landschaftliche Lage mit Blick auf den Hegau und - bei guter Sicht - die Alpen, das gastronomische Konzept und das bauliche Ambiente gehören untrennbar dazu. Das Architekturbüro Plösser aus Friedrichshafen, das für Entwurf und Bauleitung verantwortlich zeichnete, reichte das Projekt zum Wettbewerb "Architektur schafft Lebensqualität" der baden-württembergischen Architektenkammern ein, der nur alle zehn Jahre stattfindet. Die Jury zeichnete das Projekt im Februar 2004 für seine besonders gelungene Architektur als "beispielhaft" aus. Im Sommer 2003 hatte der ADAC die Raststätte zur Besten von 65 europaweit getesteten Anlagen, darunter 40 in Deutschland, gekürt.
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Der Erfolg "West" hatte den Investor ermutigt, auf eine baldige "Osterweiterung" zu drängen. Das Architekturbüro Plösser entwickelte Ideen, wie das neue Restaurant mit Großküche und Hotel am besten in die Landschaft einzupassen sei. Mitte 2003 erhielt Rolf Riemensperger vom Bund den Zuschlag auch für den Bau des Pendants auf der Ostseite der Autobahn.
Ab Juli 2003 standen nur rund neun Monate zur Verfügung, um die Anlage "Im Hegau - Ost" betriebsbereit bis zur gefalteten Serviette fertig zu stellen. Pünktlich Anfang April 2004 war das Haus zum ersten Mal voll - zur inoffiziellen Eröffnungsfeier. Die feierliche Einweihung fand am 23. April statt.
Im eng gesteckten Zeitplan waren für den Rohbau die Monate August bis Dezember 2003 vorgesehen. Unter Abwägung von Nutzen, Kosten und Zeitfaktor gab das Architekturbüro Plösser vor, Decken und Wände so weit wie möglich aus Fertigteilen zu errichten. Das Projekt wurde gewerkeweise ausgeschrieben, auf Wunsch des Bauherren unter größtmöglicher Beteiligung von Unternehmen aus der Region. So errichtete die Bauunternehmung Emil Steidle aus Sigmaringen den Rohbau; für die Betonfertigteile aktivierte Steidle die bewährte Geschäftsbeziehung zum Syspro-Mitgliedswerk Egon Elsäßer, Geisingen.
Die Gestaltung des Baukörpers ermöglichte es, große Bauabschnitte rationell zu elementieren. Doppelwandelemente für die Schottenwände ließen sich mit Elementdecken zu sinnvollen Betonierabschnitten zusammenfassen.
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Blickfang der neuen Raststätte ist das große Foyer mit einem elliptischen Dach aus Stahl und Glas. Die lichten Empfangshalle beherbergt Rezeption, Bar und einen Shop sowie den Eingang zum Restaurant mit seinen 100 Plätzen. Linker Hand gelangt man zum Hotel mit seinen 60 Betten. Die 30 Zimmer liegen abgewandt von der Autobahn in einem dreigeschossigen Rundbau, der sich zum Wald hin öffnet. Der Baukörper des Hotels ruht auf Stützen. In dem offenen Untergeschoss wurden abschließbare Pkw-Stellplätze für die Hotelgäste eingerichtet.
Das gastronomische Konzept der Multifunktionalität, das sich bereits beim westlichen Pendant bewährt hat, wird im Neubau weitergeführt. Das Foyer kann z. B. auch für Ausstellungen genutzt werden. Für Tagungen stehen zwei Veranstaltungsräume zur Verfügung. Als Kundschaft werden dabei nicht allein Reisende angesprochen, sondern auch Gäste aus dem regionalen Umfeld, zumal die Raststätte auch über örtliche Straßen erreichbar ist. Dem Restaurant vorgelagert ist eine komplett verglaste Aussichtsterrasse mit 80 Plätzen, die sich mit dem schönen Blick auf Engen und den Hegau auch als Ausflugsziel für Stammgäste etablieren dürfte.
Insgesamt hat die neue Raststätte eine Nutzfläche von 5.000 m2 und 21.500 m3 Rauminhalt. Während die Rohbauarbeiten - nicht zuletzt durch die Zeit sparende Verwendung von Elementdecken und Doppelwandelementen - weit gehend im Terminplan blieben, litten die Arbeiten an den vom Bund finanzierten Verkehrsanlagen unter der Winterwitterung. Mit einem kräftigen Endspurt wurden dann aber auch die Außenanlagen, Zufahrten und Parkplätze sowie die Tankstelle zur Einweihung fertig.
http://www.ploesser-architekten.de
http://www.steidle.de
http://www.rasthaus-im-hegau.de
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