Haus im Moseltal
Ansicht mit Wintergarten

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Fertigteilbauweise in vollendeter Konsequenz

Geräumiges Einfamilienhaus mit Pool

Ein geräumiges Haus wolle er haben, sagte der Bauinteressent, mit gutem Raumklima und solide gebaut, also am besten aus Beton. Da war er bei Architekt Dipl.-Ing. Mathias Körber aus Winningen (Mosel) an der richtigen Adresse. Der entwarf ein Einfamilienhaus mit großzügigem Grundriss, bei dem die Betonfertigteilbauweise in vollendeter Konsequenz umgesetzt wurde, bis hin zum Schwimmbad.

Am Anfang der engen Zusammenarbeit zwischen Bauherr und Architekt stand die Grundstückssuche. Schon in dieser Phase werden die Weichen für die späteren thermischen Qualitäten des Hauses gestellt. Ganz in der Nähe fand sich ein Grundstück, das vom Zuschnitt her eine gute Ausrichtung nach der Sonne ermöglicht. In der Planungsphase konkretisierten sich ein südlich orientierter, winkelförmiger Grundriss und ein teilunterkellerter Baukörper mit Wintergarten, Doppelgarage und voll ausgebautem Dachgeschoss.

Die Umsetzung der Bauidee in ein Maximum an Betonfertigteilen erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen dem Planer und der Firma ABI Andernacher Bimswerk, einem langjährigen Mitglied der Syspro-Qualitätsgemeinschaft mit entsprechendem Know-how für Präzisionsbauteile aus Beton mit und ohne Kerndämmung.

Das Fertigteilwerk setzte die Pläne des Architekten in CAD-Konstruktionspläne um; der Datenaustausch erfolgte rein digital. „Papier” gab es dann erst als Werkpläne für die Montage auf der Baustelle. Die Produktionsphase im Werk, genauer: der Zeitraum zwischen Planfreigabe durch den Architekten und Anlieferung der Fertigteile zum Montagetermin, dauerte jeweils etwa zwei Wochen. Als wichtig für einen reibungslosen Bauablauf nennt Mathias Körber das gute Feedback des Fertigteilproduzenten wie auch eine konsequente Bauüberwachung.

Der Rohbau entstand im März 2006 gemäß Terminplan binnen von drei Wochen, unbeeinflusst von dem damals wenig frühlingshaften Wetter. Die Montage des Kellers wurde binnen einer normalen Tagesschicht erledigt, ebenso die Montage des Erdgeschosses. Im April waren Zimmermann und Dachdecker an der Reihe, danach die Innenausbaugewerke, und im August konnte der Bauherr Einzug halten. Und zwar in ein Haus, in dem von Anfang an ein gutes Raumklima - ohne Baufeuchte - herrscht.

Das ausgeklügelte Rohbaukonzept, optimiert für den zeitsparenden Einsatz von Betonfertigteilen und eine hohe bauphysikalische Qualität, beginnt mit einer gedämmten Bodenplatte als Teil einer Weißen Wanne. Es setzt sich fort mit Elementwänden und dem Fugendichtungssystem Pentaflex. Die Außenwände in Keller und Obergeschossen sind Thermowandelemente mit integrierter Kerndämmung; der Wandaufbau: 6 cm Beton-Außenschale, 10 cm Dämmschicht (Styropor WLG 035), 14,5 cm Ortbetonverguss, 6 cm Beton-Innenschale, Gesamtdicke 36,5 cm. Ungedämmt ausgeführt wurden die Wände der Doppelgarage und die tragenden Innenwände; Wandaufbau: 6 cm Außenschale, 6 cm Ortbetonverguss, 6 cm Innenschale, Gesamtdicke: 18 cm. Nicht tragende Innenwände sind Gipskartonständerwände.

Der Rohbau eines solchen Einfamilienhauses mit Keller, Erdgeschoss und Obergeschoss gliedert sich vereinfacht in fünf Phasen:
1. Ausschachtung, Betonieren der Bodenplatte mit Anschlussbewehrung für die Kellerwände.
2. Montage der Kellerwände und der Elementdecke, Betonieren von Wänden und Decke.
3. Montage des Erdgeschosses und der Geschossdecke, Betonieren von Wänden und Decke.
4. Montage und Betonverguss von Giebelwänden und Drempel.
5. Erstellen von Dachstuhl und Dachdeckung.

Damit alle Vorzüge dieser Bauweise zum Tragen kommen, muss der Bauherr freilich "Planungsdisziplin" zeigen. Das heißt, er muss sich frühzeitig festlegen, wo z. B. Steckdosen hinkommen sollen, denn Leerrohre und -dosen für die Installationen werden als Einbauteile im Produktionsprozess in die Elementwände integriert.
Die Vorfertigung mit Einbauteilen beschleunigt hingegen die Ausbaugewerke. Für die Haustechnik brauchen dann keine Schlitze mehr gestemmt zu werden. Die Betonoberflächen der Wandelemente sind schalungsglatt und können, nach Verspachtelung der Fugen, direkt dem Maler anvertraut werden. So wurde die Fassade nicht verputzt, sondern lediglich mit einer Silikatfarbe gestrichen.

Besondere Erwähnung verdient das Wärmeschutzkonzept des Hauses, das ganzheitlich angelegt ist und mit Primärenergie sehr sparsam umgeht. Nicht das einseitige Ausreizen von U-Werten, sondern ein gesunder Mix aus Dämmung und dem Zulassen solarer Gewinne war die Maxime. Die Speichermasse der Betonwände bringt guten Schallschutz mit sich und puffert auch die Spitzen des Temperaturverlaufs ab. In Verbindung mit der Beschattung durch einen breiten Dachüberstand ergibt sich ein guter sommerlicher Wärmeschutz. Der Blower-Door-Test zeigte, dass die Gebäudehülle keinerlei Wärmelecks aufweist.

Kernstück der Haustechnik ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe; sie erzeugt in erster Linie Wärme für die Heizung der Wohnräume mittels Fußbodenheizung. Im Sommer kann auf die Fußboden-„Heizung” auf Kühlung umgeschaltet werden. Bei sehr kalter Witterung springt eine elektrische Zusatzheizung ein. Als „Extra” leistete sich der Bauherr einen 8 mal 4 Meter großen Swimmingpool im Garten. Konsequent in der Verwendung von Betonfertigteilen, plante Architekt Körber auch hierfür Elementwände ein: das Prinzip der Weißen Wanne einfach umgedreht, mit dem Wasser innen. Der Schwimmbadbauer empfahl, das Betonbecken nicht – vergleichsweise aufwendig – zu verfliesen, sondern – einfacher und praktischer – mit Folie auszukleiden. Um die Badesaison zu verlängern, kann das Wasser von Wärmepumpenheizung des Hauses temperiert werden.

Bautafel
Einfamilienhaus mit Pool
Ort: Winningen (Mosel)
Architekt: Mathias Körber, Winningen (Mosel)
Projektbeteiligte: ABI Andernacher Bimswerk GmbH & Co. KG, Andernach (Betonfertigteile)
Konstruktionsmerkmale: Keller und Außenschwimmbad aus SysproPART-Thermowandelementen als Weiße Wanne mit Pentaflex-Fugensystem, Außenwände aus SysproPART-Thermowandelementen, Innenwände und Garage aus SysproPART-Doppelwandelementen, Elementdecken SysproTEC, Fertigtreppen.
Thermisches Konzept: solare Orientierung, Wärmepumpe mit elektrischer Zusatzheizung, Fußbodenheizung; Jahresheizwärmebedarf: 54,77 kWh/(m2 a), das entspricht KfW-60-Standard.
Baujahr: 2006

Bildnachweis: Alle Fotos und Zeichnungen: Mathias Körber

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