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Großbaustelle im hochalpinen Täsch/Wallis. Das neue Top Terminal soll die Umsteigesituation für Reisende nach Zermatt spürbar verbessern und das parkende Blech aus dem Ortsbild verbannen.
Lawinen- und erdbebensicheres Parkhaus für das Matterhorn Terminal Täsch
Das Walliser Alpendorf Täsch steht vor einer Lösung seiner langjährigen Parkplatzmisere. Bis Ende 2006 werden 2000 Stellplätze in einem neuen Parkhaus am Bahnhof entstehen. Syspro-Mitglied Egon Elsäßer Bauindustrie belieferte die Baustelle mit fast 40.000 m2 Elementdecken.
Am Fuße des Matterhorns liegt auf 1600 m Höhe das weltbekannte Kur- und Sportzentrum Zermatt. Damit Zermatt seinen Charakter als Luftkurort bewahren kann, ist für den Individualverkehr spätestens im 6 km entfernten Täsch Endstation. Hier heißt es, einen Parkplatz suchen, das Gepäck zum Bahnhof expedieren und umsteigen in die elektrisch betriebenen Züge der Matterhorn Gotthard Bahn. Pro Jahr nutzen rund 1,7 Mio. Menschen die Pendelzüge, an Spitzentagen befördert die Bahn 12.000 und mehr Reisende. Die Bahngesellschaft hat vor kurzem neue Shuttlezüge angeschafft. Zwischen Täsch und Zermatt pendeln die Züge nun alle 15 statt bisher 20 Minuten.
Für die Gäste Zermatts war das Umsteigen in Täsch bislang mit allerlei Mühsal verbunden, besonders wenn am Ende des Urlaubs das zugeschneite Auto erst freigeschaufelt werden musste. Die rund 1000 Einwohner von Täsch betrachten die mehrere hundert bis über 2000 geparkten Pkw und Reisebusse mit gemischten Gefühlen. Die Einen ärgern sich über die Verschandelung des hochalpinen Ortsbildes und die Umweltbelastung, die Anderen freuen sich über ihre Einnahmen aus Parkgebühren. Rund 1100 Parkplätze gehören der örtlichen Parking-Genossenschaft.
Doch jetzt kann Täsch aufatmen. Im September 2005 wurde ein neues Reisezentrum in Betrieb genommen, das die Umsteigesituation verbessert und das Dorfbild aufwertet. Das neue Matterhorn Terminal Täsch umfasst ein Dienstleistungszentrum mit Schalteranlagen, eine neue Bahnhofshalle und den ersten Bauabschnitt einer Parkgarage mit 550 Plätzen. Ähnlich wie an einem Flughafen werden die Pkw-Reisenden ins Parkhaus geleitet und können trockenen Fußes auf kurzen Wegen umsteigen. Bis Ende 2006 wird die Parkgarage zur Endkapazität von 2000 gedeckten Stellplätzen auf drei Geschossen ausgebaut. Die Wiesenparkplätze können somit schrittweise renaturiert werden.
Für den Bau des Parkhauses zeichnet der Schweizer Generalunternehmer HRS - Hauser Rutishauser Suter AG verantwortlich. Den weit überwiegenden Teil der Deckenflächen lässt HRS aus Elementdecken vom Typ SysproTEC erstellen.
Besonders gefragt beim Bau dieses Parkhauses war die - dank Stahlschalung - saubere, glatte Untersicht der Decken. Die hohe Oberflächenqualität gestattet es, die Decke sichtbar zu belassen, so wie sie aus dem Werk kommt; lediglich die Fugen sind zu verspachteln.
Mit der Lieferung der Deckenelemente beauftragt wurde Syspro-Mitglied Egon Elsäßer Bauindustrie KG aus Geisingen/Südschwarzwald. Die kürzeste Straßenverbindung von dort ins Wallis führt freilich über alpine Passstraßen. Die 40-t-Lkw mit ihren Tiefladeanhängern mussten daher einen weiten Umweg nach Westen und durch das Rhônetal fahren. In Visp, am Eingang zum Mattertal, unterhalten die Baufirmen ein Zwischenlager.
Auf den letzten 30 km nach Täsch gilt eine Gewichtsbeschränkung auf 28 t. Die Lieferungen aus Geisingen mussten daher in Visp umgeladen werden. Denn zum einen sollte die Ladekapazität der Lkw ausgenutzt werden, zum anderen sollten die nach Täsch gelieferten Logistikpakete nach dem Just-in-time-Prinzip auf den Baufortschritt abgestimmt sein. Die Rohbauarbeiten mit weiteren Deckenlieferungen erstreckten sich bis Jahresende 2005.
Jedes der drei Parkdecks ist 16.000 m2 groß; dafür wurden 13.000 m2 Elementdecken benötigt. Insgesamt lieferte Elsäßer 39.000 m2, das entspricht 524 Stapeln mit einem Gewicht von zusammen 6.050 t.
Der Gebäudekomplex musste in mehrfacher Hinsicht sicher ausgelegt werden: lawinensicher, erdbebensicher und brandsicher. Als Brandschutzmaßnahme wird eine Sprinkleranlage eingebaut. Gegen die Lawinengefahr wurde die Westfassade fensterlos geschlossen aus massivem Beton errichtet, und das Dach besteht aus einem massiven Betondeckel. Als Ausgleichsmaßnahme für die Geländeüberbauung ist eine extensive Begrünung des Daches vorgesehen. Zum Bahnhof und zum Dorf hin soll auch die Fassade begrünt werden, um das Bauwerk optisch ansprechend in die Umgebung einzugliedern.
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