Syspro-News
Ausgabe Mai 2004

Im Hintergrund der historische Bayenturm, rechts das denkmagechützte Lagerhaus

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Weiße Wanne für Spezialanforderungen

Hochwassersichere Tiefgarage mit Syspro-Doppelwandelementen

Auf dem Gelände des ehemaligen Kölner Rheinauhafens entsteht im Rahmen des aktuell größten Stadtentwicklungsprojekts der Domstadt ein neues Viertel für Wohnen, Arbeiten und Kultur. Als erste Baumaßnahme wurde vom Grundstückseigentümer, der HGK – Häfen und Güterverkehr Köln AG – eine rund 1.500 m lange eingeschossige "Unterflur"-Garage mit 38.000 m2 Grundfläche für zunächst 1.400, später 2.100 Stellplätze errichtet.

Die neue Tiefgarage soll nicht nur Parkraum bieten, sie dient gleichzeitig als unterirdische Erschließungsstraße, damit später oben eine Flaniermeile entstehen kann. Besonderheiten:

  • Bei höherem Rheinwasserstand gleicht das Bauwerk einem mehr oder weniger getauchten U-Boot – mit den entsprechenden Anforderungen an Dichtigkeit und Auftriebssicherheit.
  • Der unregelmäßige Grundriss der Tiefgarage spart die Fundamente vorhandener denkmalgeschützter Altbebauung aus.

Wo später einmal Erweiterungsbauwerke angeschlossen werden sollen, wurde der Querschnitt der Wände gezielt "geschwächt"; zudem wurde die Bewehrung entsprechend verlegt.

Die ursprüngliche Planung sah eine Ausführung in Ortbeton als Weiße Wanne vor. Die Oberfläche der Innenwände sollte als Sichtbeton in malerfertiger Qualität abgeliefert werden. Etwa alle 50 bis 55 m waren Dehnfugen mit 30 bis 40 mm Spielraum einzubauen. Für die Betonarbeiten zu beachten waren ferner die Vorschriften der ZTV-Tunnel.

Den Zuschlag erhielt der Sondervorschlag einer Arge. Mit Blick auf die geforderte Betongüte bot diese Arge eine Lösung an, bei der so weit gehend wie möglich Betonfertigteile eingesetzt wurden. Die Gründe:

  • Sicher zu erzielende Betonqualität,
  • Beschleunigung des Bauablaufs,
  • einfache Logistik und – aus allem diesen folgend –
  • günstigere Kosten.

In Ortbeton erstellt wurden die Sohle, die Treppenhauskerne sowie Stützen und Unterzüge. Für Wände, Decken und Treppenläufe kamen überwiegend Fertigteile zum Einsatz.

Als technische eleganteste Lösung bot sich an, beim Betonieren der Sohle die aufgehende Anschlussbewehrung etwas höher zu ziehen und die Wände aus Doppelwandelementen in Syspro-Qualität herzustellen. Nach Montage der Wandelemente wurden auch gleich abschnittweise die Deckenelemente verlegt. Dass dann anschließend Wände und Decken in einem Arbeitsgang ausbetoniert werden konnten, trug wesentlich zur Straffung des Bauablaufs bei. Für die Verwendung eines größtmöglichen Anteils an Fertigteilen sprach zudem der gegenüber der Ortbetonbauweise mit konventioneller Schalung deutlich kleinere Bedarf an Lagerflächen.

Syspro-Mitglied B. Lütkenhaus Beton- und Fertigteilwerk, Dülmen lieferte rund 9.000 m2 Wandelemente in baustellengerechten Paketen jeweils "Just-in-time" zum Montagetermin. Hinzu kamen 28 Treppenläufe.

Die Doppelwandelemente für die Tiefgarage Rheinauhafen ergeben eine Wanddicke von 40 cm: 8,5 cm Außenschale, 24 cm Zwischenraum mit einbetonierten Gitterträgern und die fest damit verbundene 7,5 cm dicke Innenschale. Das Vorproduzieren der Wandelemente im Werk gewährleistet eine zielsichere Betonqualität der beiden Wandschalen mit geringen Wassereindringtiefen. Der Kernbeton, der durch Verfüllen auf der Baustelle eingebracht wird, kann praktisch rissfrei erhärten. Doppelwände wie diese haben ihre Dichtfunktion in Weißen Wannen in zahlreichen Objekten erfolgreich unter Beweis gestellt. Es liegt auf der Hand, dass die Dichtigkeit des Systems bei einem Bauwerk wie dieser Tiefgarage ein überzeugendes Argument ist.