Syspro-News
Ausgabe Mai 2004

Neues Einkaufszentrum mit kleinteilig anmutender Architektur

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Bauen im Denkmalbereich

Fachwerk-Anmutung mit Betonfertigteilen

Bauen in historischen Stadtkernen stellt besondere Anforderungen an die Kreativität der Bauschaffenden. In Beverungen an der Weser schmücken denkmalgeschützte Fachwerkbauten die Altstadt. Direkt daneben: das 10.000 m2 große Gelände einer stillgelegten Sperrholzfabrik. Um den Stadtkern wiederzubeleben, stellte der Stadtrat im Frühjahr 2003 die Weichen für eine Neubebauung. Die Freifläche wurde an die Verbrauchermarkt-Kette Minipreis veräußert, die dort in Rekordzeit ein neues Einkaufszentrum errichten ließ. Klar, dass ein Neubau im sensiblen Umfeld eines denkmalgeschützten Ensembles architektonisch an die Umgebung angepasst werden und trotzdem den Sicherheits- und Brandschutzanforderungen des 21. Jahrhunderts entsprechen musste.

Zu errichten waren ein 2000 m2 großer Supermarkt, auf weiteren 2000 m2 eine Einkaufspassage mit 20 kleinen Läden, fünf Wohnungen und ein Parkdeck mit 150 Stellplätzen. Den Auftrag zur schlüsselfertigen Erstellung erhielt die mittelständische Bauunternehmung E. Köthenbürger aus Paderborn.

Der Bauherr hatte eine extrem kurze Bauzeit vorgegeben, die zudem weit gehend in die Wintermonate fiel. Trotzdem konnte das Einkaufszentrum pünktlich am 31. März 2004 seine Pforten öffnen. Gemeistert wurde das Problem unter Verwendung eines größtmöglichen Anteils an Betonfertigteilen.

Syspro-Mitglied Müller-Altvatter fertigte in seinem Betonfertigteilwerk Holzminden rund 3.000 m2 Wandelemente des Typs SysproPart thermo, 4.000 m2 Elementdecken SysproTec sowie spezielle Unterzüge als konstruktive Betonfertigteile.

Die Verwendung von Thermowänden trug beträchtlich zur Straffung des Bauablaufs bei. Nach dem Vergießen mit Ortbeton benötigen Thermowände weder Verputz noch Aufbringen eines Wärmedämmverbundsystems. Einen besonderen Clou bieten Thermowände auf Grund ihrer statischen Eigenschaften. Die integrierten Gitterträger gestatten es, die steife Außenschale voll zum Tragen heranzuziehen.

Der Neubau gibt sich nach außen hin den Anschein kleinteiliger Fachwerkarchitektur, dazu passend: Sprossenfenster und stark gegliederte Ziegeldachflächen. Doch die "Fachwerkfassade" besteht in Wahrheit aus Betonfertigteilen. Flache Stahlprofile bilden das Fachwerkmuster auf der Fassade ab. Zur Vorbereitung der Montage der Stahlprofile wurden in die Wandelemente ab Werk Scheinfugen entsprechend dem Fachwerkmuster eingearbeitet.

Als produktionstechnisch anspruchsvoll erwiesen sich die Unterzüge, die die Decke zwischen den Verkaufsräumen und dem Parkdeck tragen. Wo später Lüftungskanäle montiert werden sollten, mussten kreisrunde Öffnungen von je 500 mm Durchmesser ausgespart werden. Die Optik der Unterzüge erinnert an Schweizer Käse. Das Betonfertigteilwerk Müller-Altvatter arbeitete hierfür mit einem hoch fließfähigen Beton F6, der sich extrem leicht verdichten lässt.